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Südindien - Tamil Nadu und Kerala

Tempelelefant wartet auf Kundschaft

Wir waren einige Male in Indien. Überwiegend im Norden. Jetzt hat es uns zum ersten Mal nach Südindien verschlagen. Eine in Deutschland gebuchte Rundreise führte uns von Madras quer durch den Süden bis nach Trivandrum in Kerala.
Sicher läßt sich Südindien individuell bereisen. Wir haben eine Reise in einer kleinen Gruppe - 10 Teilnehmer - vorgezogen. Es ist mitunter schon recht angenehm, wenn man sich - gerade beim ersten Besuch in einer völlig fremden Umgebung - nicht auch noch um Unterkünfte, Fahrgelegenheiten, was ist wo usw. kümmern muß (hat aber leider auch seinen - ziemlich gepfefferten - Preis). Vorab - von Südindien waren wir überrascht. Es ist bunter und freundlicher als der Norden und - es ist reicher. Dies gilt vor allem für Kerala, aber - mit Einschränkungen - auch für Tamil Nadu. Abwechslungsreich wird die Reise durch die Kombination von kulturellen Begegnungen in Tamil Nadu und - vor allem - der Begegnung mit der Natur in Kerala, in Periyar und in den Backwaters.


In den Backwaters

Anbieter für solche geführten Reisen gibt es einige. Wir haben uns diesmal für GeBeCo entschieden. Die gehören inzwischen zu TUI und liegen preislich so in etwa im oberen Mittelfeld. Ordentlich waren die mitgelieferten Reiseunterlagen und auch der indische Reisebegleiter. Angenehm - anders als fast alle anderen Reisen sind wir durchs Land "geschlichen" - fast immer zwei Übernachtungen an einem Ort - und haben nicht nur die Highlights abgehakt.
Für die Selbstfahrer unter uns: Es herrscht Linksverkehr, der ist völlig chaotisch, in Städten gehts mit Schrittgeschwindigkeit voran, außerhalb haben die zahlreichen Tiere auf den Straßen immer Vorfahrt - aber durch die Schlaglöcher gehts eh nur recht langsam voran.


Tanzdarsteller in Kerala

Das Leitungswasser ist ungenießbar. Mineralwasser gibts an jeder Ecke. Aber überzeugen Sie sich, daß die Flasche auch noch original verschlossen ist und das Herstellungsdatum schon in diesem Jahrtausend liegt. Eis, auch in Getränken, frischer Salat und ungeschältes Obst sind tabu. Wenn es Sie erwischt - vertrauen Sie der indischen Medizin - Ärzte und Apotheken gibts überall. Die mitgebrachten Medikamente richten meist mehr Schaden als Nutzen an.
Südindien ißt überwiegend vegetarisch. Deshalb - Vorsicht bei Fisch und Fleisch. Stammt mitunter aus dem Nahrungsmittelmuseum. Wenn Sie irgendetwas kaufen: anders als bei uns steht das Herstellungsdatum drauf und nicht das Mindesthaltbarkeitsdatum.
Apropo kaufen - außer in Apotheken sollten Sie überall handeln. Man erwartet das von Ihnen. Bemerkenswert: anders als im Norden hat man fast nie daß Gefühl, übers Ohr gehauen zu werden. Einzige Ausnahme auf unserer Reise: Das Sterling Swamimalei Resort bei Tanjore. Hier zieht man Ihnen das Fell über die Ohren, ehe Sie sich versehen haben.

Was Sie erwartet - Tempelmodelle in Mahabalipuram (sehr viel touristischer Rummel), die alte französische Stadt Pondicherry (Cote d'Azur auf indisch), sehr schöne Tempelanlagen mit echtem Leben in Tanjore, Trichy und Madurei. Erwarten Sie nicht soviel von der Bootsfahrt in Periyar. Die Boote machen einen solchen Lärm, daß sich die zweifellos vorhandenen Tiere blitzartig in die Büsche schlagen. Eine Hausbootfahrt in den Backwaters - mit Übernachtung an Bord (etwas schlicht, aber romantisch, nur - fragen Sie sich niemals, wie und wo das Geschirr abgewaschen wird). Gönnen Sie sich zum Schluß ein paar Tage Entspannung an Keralas Küste. Die auf den Rundreisen angesteuerten Hotels sind überwiegend guter Standard, aber - erwarten Sie nicht zuviel vom Service.


Tempel in Mahabalipuram
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