St. Maarten / St. Martin liegt in der Karibik, gehört zu den Kleinen
Antillen und ist eine geteilte Insel. Das hört sich schlimmer an, als
es ist, geteilt ist die Insel schon seit dem 17. Jahrhundert und zwar
in einen niederländischen und in einen französischen Teil. Die
französische Seite gehört verwaltungsmäßig zu Guadeloupe, das, wie ja
wohl jeder weiss, zu Frankreich gehört, und ist deshalb ein Teil der
EU. Dort ist dann auch der Euro die gültige Währung.
Anders der niederländische Teil. Der ist immer noch Kolonie und
deshalb aussereuropäisches Ausland. Es gilt der Niederländische
Antillengulden oder (wie auch auf der franz. Seite) der US-Dollar.
Eine Grenze mit Zöllner und Passkontrolle gibt es übrigens nicht, nur
jeweils ein Schild, also, so, als würde man von Baden-Würtemberg nach
Rheinland-Pfalz reisen.
Die Insel hat einige schöne Strände, wie andere Karibikinseln
auch und - wenn nicht gerade Regenzeit ist und der Hurrikan bläst -
meistens schönes Wetter.
Und sie ist, wie die anderen Inseln der Kleinen Antillen auch,
natürlich nicht ganz billig.
In Phillipsburg, der Hauptstadt des niederländischen Teils, landen
täglich (ausser Samstag) die amerikanischen Kreuzfahrtriesen und so
strömen 6 x die Woche überwiegend US-Amerikaner in Horden zu bis zu
2000 Leuten je Schiff durch die zwei Hauptgeschäftsstrassen dieses
Ortes und kaufen alles auf, was teuer und edel ist. Wem das nicht
reicht, der verspielt einen Teil seines Urlaubsbudgets in den
zahlreichen
Spielcasinos auf der niederländischen Seite.
In Grand Case (Blick auf Anguilla)
St. Maarten ist während der Wintermonate der Ausgangshafen für kleine und grössere Segeltörns zu den Nachbarinseln.
Die Insel ist aus Europa recht gut per
Flugzeug zu erreichen, die Air France (täglich über Paris) und die KLM (3 x
wöchentlich über Amsterdam, Rückflug über Curacao) fliegen die Insel regelmässig und auch zu recht günstigen Preisen an.
Während der Wintermonate solltet ihr, falls Ihr eine Segelkreuzfahrt geplant habt,
besser bereits am Tage vor dem Start der Tour auf die Insel fliegen,
gelegentlich kommt es in Europa in diesen Monaten ja zu ein wenig
Schnee und dann fällt schnell mal einer der beiden Flieger aus oder fliegt verspätet
los. Und man kann dem Schiff nur noch nachwinken.
Das bedeutet nun, Ihr müsst eine Unterkunft auf St. Maarten finden,
möglichst in der Nähe des Hafens, am schönsten natürlich am Strand und
auch nicht weit weg von den Restaurants und Geschäften in der Frontstreet.
Für diesen Fall gibt es genau
zwei wirklich geeignete Hotels, das Divi Beach Resort und (das war unsere
Wahl) das Holland House Hotel. Beide liegen am Strand und nahe bzw.
mitten in der Geschäfts (Fussgänger) Zone. Wie gesagt, wir waren im
Holland House, das Divi wäre wohl die bessere
Entscheidung gewesen. Die Zimmer sind ordentlich abgewohnt, die Bäder leicht
angegammelt, zur Beachseite ist es nachts ziemlich laut, vor allem,
wenn im Hotel eine Hochzeit oder etwas anderes gefeiert wird, was ziemlich häufig
vorkommt. Dafür ist aber wenigstens das Personal ausgesprochen unfreundlich und wenig hilfsbereit.
Trotzdem, für ein oder zwei Nächte ist es eine einigermassen geeignete
und auch relativ preiswerte Unterkunft.
Beide Hotels liegen schön und direkt am Strand und das ist ja auch
ganz wichtig.
In der anderen Richtung (vom Airport aus gesehen) findet Ihr in 7 km Entfernung vom Flughafen z.B. auch das Mercure-Hotel, das für relativ wenig Geld ebenfalls eine ganz ordentliche Unterkunft am Strand bietet. Von hier aus ist es nur ein kleines Stück (3 km) bis Marigot, der Hauptstadt des französichen Teils der Insel.
Phillipsburg / Marigot erreicht man vom Airport aus mit dem Taxi, kostet um die
20 US-Dollar. Die Taxis haben alle Festpreise, einen Taximeter oder
etwas ähnliches sucht ihr vergebens. Auch werden die Taxipreise pro Person festgelegt. Wenn Ihr
Euch also ein Taxi teilen wollt - gerne, nur günstiger wird es dadurch auch nicht.
Wer nur ein oder zwei Tage auf der Insel ist - also,
grossartige Sehenswürdigkeiten gibts nicht wirklich. Ihr könnt also ruhig am Hotelstrand
liegen bleiben, Ihr könntet allerdings gegen Mittag auch zum Maho-
Beach fahren (per Taxi) und die ankommenden Flugzeuge beobachten. Das
hört sich ziemlich unattraktiv an, aber - macht es mal und
lasst Euch überraschen (siehe Foto).
Airbus A340 der Air France beim Anflug auf St. Maarten
Für einen längeren Aufenthalt sollte man besser auf der französischen
Seite der Insel wohnen. Dort geht es weitaus
ruhiger zu, es ist weniger amerikanisiert und die Hotels und
Restaurants sind erheblich besser. Hier findet Ihr auch gute Supermärkte mit Angeboten ähnlich wie in Frankreich. Die holländische Seite ist da eher etwas schlichter im Angebot.
Einen der beliebtesten und grössten Strände der Insel, den Orientbeach, findet Ihr ebenfalls hier auf der französischen Seite. Allerdings - dies ist kein Geheimtipp, den Strand sucht und findet jeder, der auf der Insel ist. Deshalb ist es dort nicht nur sehr schön, sondern oft auch sehr schön voll.
Wir haben uns sehr schwer getan mit der Wahl eines Hotels.
Auf einschlägigen Seiten im Internet werden die
einzelnen Hotels beschrieben und auch von den Gästen bewertet und da überkommt einen
mitunter doch das kalte Grausen. Einige unserer
Mitreisenden waren zum Beispiel im Meridian (L'Habitation) gelandet, einem 4-5 Sterne
Hotel. Auch hier ist vor allem die Unfreundlichkeit und das Desinteresse des Personals und der
Schmutz in den Bädern aufgefallen.
Die beiden anscheinend besten Hotels der Insel (nach Bewertungen, aber
auch nach unseren eigenen Erfahrungen) finden sich
in Grand Case, es sind das "L'Esplanade" (liegt am Hügel, mit
wunderschönem Pool und tropischem Garten) und das "Le petite
Hotel", direkt
am Strand, allerdings am Ortsrand, ein wenig ausserhalb. Beide haben
Zimmer ab 250 Dollar aufwärts - für den Preis kann man
auf St. Martin auch bedeutend schlechter unterkommen.
Grand Case ist ein (ausser Samstags) beschaulicher Ort mit den besten Restaurants der Insel. Hier steht ein Restaurant neben dem nächsten, meist mit sehr guter
französischer Küche und leider auch mit französischen Preisen. Zwei Leute werden wohl kaum weniger als 100 Euro am Abend ausgeben können, ohne zu hungern. Die Restaurants werden überwiegend von gutbetuchten Amerikanern besucht und entsprechend hoch sind die Preise.
Restaurant Le Pirate in Grand Case
Für uns "arme" Europäer hier zwei Tipps: die "Fressbuden" am Markt in
Marigot und im Centrum von Grand Case - hier gibts
ordentliches Essen ab 10 Dollar einschliesslich leckerem Carib-Beer pro Person und (unsere
absolute Empfehlung), in Grand Case das "Le Repaire du Pirate" gegenüber dem
US-Supermarkt neben der Polizeistation. Es sieht von aussen etwas
gewöhnungsbedürftig aus, aber, falls Marcel Euch in das
Restaurant reinlässt (was nicht immer gleich beim ersten Versuch
gelingt), werdet Ihr den Abend und das Essen nicht so
schnell vergessen. Auch dieses Restaurant ist nicht gerade günstig, Ihr könnt Euch jedoch die üppigen Portionen, egal, ob leckere Salate, das Porterhouse Steak (so um die 1300 Gramm) und die Desserts teilen und es gibt einen günstigen Hauswein in der Karaffe. Da klappts dann zu zweit auch schon für (zusammen) gerademal 60 Dollar am Abend. Und der von Marcel selbstgemachte "Absacker" kostet nichts, lässt Euch aber den Preis auf der Rechnung sowieso völlig vergessen.
Aber natürlich findet man auch überall sonst in Grand Case und Marigot und überhaupt, auf der französischen Seite sehr gute und entsprechend teure Restaurants. Etwas anders sieht es auf der holländischen Seite aus, dort gibt es zahlreiche Fastfood-Schuppen und Restaurants mit vorwiegend auf US-Amerikaner ausgerichteter Küche. Trotz der schlechteren Qualität ist es allerdings hier auch nicht günstiger.
Das Wasser ist gefiltertes und aufbereitetes Seewasser, gut geeignet für Zähneputzen, nicht unbedingt ein Trinkgenuss, aber nicht gesundheitsgefährdend. Es gibt allerdings auch überall günstig Mineralwasser in kleinen und grossen Flaschen zu kaufen.
Strände gibts überall auf der Insel, deshalb solltet Ihr Euch
unbedingt einen Mietwagen buchen, kostet so um 30 Dollar am
Tag. Die Rezeption Eures Hotels wird Euch ganz sicher beim Anmieten helfen. Aber, Ihr findet auch so überall auf der Insel schnell Kontakt zu willigen Autovermietern. Die Autos sind meist fast neu und in einem guten Zustand. Es herrscht Rechtsverkehr und Benzin ist einer der wenigen preiswerten Artikel. Die Straßen sind auf der französischen Seite in einem sehr viel besseren Zustand als auf der holländischen.
Wir fassen mal zusammen - St. Martin ist ein wunderschöner Platz zum Relaxen und das Leben
geniessen. Für Bildungshungrige gibts nicht viel zu sehen,
es gibt auch (ausser dem Maho-Beach)
nicht viel zu erleben. Spielsüchtige werden sich in den zahllosen Casinos auf dem niederländischen Teil schnell weiter ruinieren können. Für alle anderen bleibt - es ist einfach nur ein wunderschöner Fleck auf unserer Welt. Für uns hat es sich jedenfalls gelohnt, nach der Segelkreuzfahrt noch ein paar Tage auf der Insel zu bleiben (bei längerem Aufenthalt droht allerdings wegen der doch erheblichen Kosten schnell die persönliche Insolvenz).
Alte Salzmühle in Grand Case
Mehr zu St. Maarten ...
Sehr gut gemachte private Seite mit ausführlichem Hotel- und Restaurantführer - leider in Englisch
Sehr informative private Seite zu St. Martin / St.Maarten - St.Martin Island Fever (deutsch)
Gesundheitshinweise für St. Maarten
Für die überseeischen Gebiete Niederländische Antillen (also auch St. Maarten) und Aruba gelten nicht die gleichen Einreisebestimmungen wie für die Niederlande. Einreise mit dem Personalausweis ist nicht möglich; der Reisende muss im Besitz eines gültigen Reisepasses sein.
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