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St.Barth (Saint Barthelemy) - Franz. Antillen

Erstmal ein paar Worte zum Kennenlernen

Die kleine Insel St. Barthelemy liegt in der Karibik, gehört zu den kleinen Antilleninseln, ist ein Teil Frankreichs, als überseeische Gebietskörperschaft (collectivité d’outre-mer) gehört sie allerdings ab 1.1.2012 nicht mehr zur Europäischen Union, Währung bleibt jedoch der Euro. Auf diesem netten, kleinen Stück Europa mit seinen wunderschönen Stränden, kleinen Hotels und Villen und den Spitzenrestaurants versammeln sich alljährlich zwischen Weihnachten und Neujahr die Reichen und Schönen unserer Welt, um gemeinsam abseits vom üblichen Trubel ins neue Jahr zu feiern.

Blick auf St. Jean

In der übrigen Zeit des Jahres findet man hier besonders gerne junge und ältere amerikanische Paare auf Hochzeits- oder irgendeiner Jubiläumsreise, in der Geld keine Rolle spielt.

Ohnehin spielt Geld auf dieser Insel keine Rolle, weil - das hat man, davon spricht man nicht und das zeigt man auch nicht unbedingt. Von Deutschland aus lassen sich ganz ordentliche Hotels bei einigen Anbietern buchen, die liegen dann so ab 500 Euro pro Person und Nacht, natürlich ohne Frühstück.

Wie die Hotels, so sind auch die Restaurants vorzüglich, auch bei den Preisen. Da ist man zu zweit mal schnell 180 Euro für ein bisschen Lammbraten und Rotwein los.

Wie war das nochmal mit dem Amerikaner neben uns am Gouverneurstrand? Er beklagte sich, er hätte gerade in drei Tagen soviel Dollar ausgegeben wie im letzten Jahr in 6 Wochen Thailand. - Das ist auch wirklich kein Problem und gelingt sehr vielen.

Und weil das so ist und jeder das weiss, gibt es auch nur recht wenig "normale" Touristen auf der Insel, die im übrigen auch garnicht so einfach zu errreichen ist.

Wir sind gern und oft auf St. Barth. Wie das geht?

Naja, eigentlich wollten wir unsere Tipps nicht verraten, aber, irgendwie ist es auch ganz schön, wenn wir vielleicht beim nächsten Mal zwei oder vier andere Deutsche auf der Insel finden und nicht nur Amerikaner, Franzosen, Australier und Holländer.

 

Die Anreise und - wie man sich auf der Insel vorwärts bewegt

Erstmal - zur Einreise benötigt man den Reisepass. Ihr fliegt über St. Maarten? St.Maarten ist zwar holländisch, aber gehört nicht zur EU, deshalb braucht ihr auch dafür der Reisepass. Dort kommt ihr am besten mit US-Dollars zurecht, nehmt also ein paar kleine Scheine davon mit, wenn ihr über St.Maarten einreist.

Die Anreise von Europa erfolgt per Flugzeug und Fähre. Per Flugzeug geht es entweder nach St.Maarten (Air Caraibe ab Paris (ORY), KLM oder Air France (CDG)) oder nach Guadeloupe (Air France oder Air Caraibe ab Paris-Orly) und weiter ab St. Maarten mit Winair, St.Barth Commuter oder einem kleinen Charterflugzeug (z.B. Windward) oder Guadeloupe mit Air Caraibe oder Air Antilles. Diese Flüge finden mit recht kleinen Maschinen statt, was auch klar wird, wenn man den Airport von St. Barth erstmal kennen gelernt hat. Die Landebahn ist so etwa 600 m lang, das reicht gut für Eure Privatflugzeuge und kleine Linien-Propellerflieger.

Falls Ihr eine Nacht oder mehr in St. Martin verbringen wollt (am besten auf der französischen Seite), gibt es auch noch die Möglichkeit, ab Grand Case mit St. Barth Commuter 6 x täglich nach St. Barth zu fliegen. Kostet nicht viel und ist sehr zuverlässig. Alternativ lässt sich ab St. Maarten (St.Martin) auch eine Fähre buchen, die, wenn sie dann funktioniert, täglich nach St. Bart übersetzt (MV Voyager). Die Klammer ist da, weil diese Fähre auch mehrmals in der Woche von der französischen Hälfte der Insel St.Martin in Marigot losgeht. Inzwischen funktioniert auch die Schnellfähre ab Phillipsburg wieder, die bis zu dreimal täglich nach Gustavia herüberjettet. Übrigens - alles buchbar übers Internet.Preislich unterscheiden sich die beiden Anreisevarianten ab St.Maarten nicht wesentlich, der Flug ist kurz, aber ohne Seekrankheit, die Fähren sind, was die Pünktlichkeit betrifft, etwas zuverlässiger, jedenfalls besser als die Winair.

Alle diese karibischen Airlines und auch die Fährgesellschaft haben eins gemeinsam - es klappt nicht immer so, wie geplant. Deshalb empfiehlt sich, erstmal ein oder zwei oder auch mehr Nächte in St. Maarten zu bleiben, um dann mehrere Möglichkeiten, St. Barth zu erreichen, in Ruhe prüfen zu können und eventuell noch umzuplanen. Verlasst Euch nicht unbedingt auf die vorher vorgenommene Buchung. Wenn der Flieger (besonders gern bei der Winair) oder die Fähre nicht gehen, weil kaputt oder gerade zur Wartung - dann gehts Euch wie uns neulich, als wir nach einer 90minütigen Taxifahrt quer über St. Maarten zu guter Letzt für einen horrenden Preis mit einem gecharterten Speedboot ab Philipsburg im Dunklen über den Ozean geschippert sind, um irgendwie nach St. Bart zu kommen. Sehr gute Erfahrungen mit der An- und Abreise haben wir mit St. Barth Commuter gemacht, die auch schon mal auf ihre Passagiere ein paar Minuten warten, wenn der internationale Flieger etwas Verspätung hat.

Um an dem Tag, an dem Ihr aus Deutschland abgeflogen seid, tatsächlich auf St. Barth anzukommen, müßt Ihr einfach Glück haben. Es klappt nicht immer und dann steht Ihr ziemlich dumm in St. Maarten rum. Besser ist in jedem Fall, eine Übernachtung nach dem Langstreckenflug einzuplanen, entweder auf Guadeloupe oder auf St. Maarten. Natürlich kommt die Air France eigentlich rechtzeitig auf St. Maarten an, nur - das ist oft leider nur Theorie, wir haben es mehrmals erlebt, das die AF so verspätet ankam, dass ein Weiterflug einfach nicht mehr möglich war.

Wenn Ihr dann irgendwie auf der Insel angekommen seid, braucht Ihr ein Fortbewegungsmittel, sprich einen Leihwagen. Das ist relativ einfach und auch nicht teuer zu bewältigen. Ab 25 Euro am Tag gibts einen Suzuki Jeep bei allen Anbietern- meist allerdings zu diesem Preis nur in Verbindung mit einer gebuchten Unterkunft. Es gibt auch kleine PKWs fürs selbe Geld, aber - die könnt Ihr auf St. Barth nicht wirklich gebrauchen. Es gibt nur sehr enge, oft steile und auch nicht immer asphaltierte Strassen und wenn es mal geregnet hat, läuft nichts mehr ohne Allrad. Nein, ein grösseres Auto braucht ihr auch nicht, die Insel ist dafür zu klein (einmal ganz rum sind so 35 Kilometer Fahrstrecke). Am besten bucht Ihr das Auto im Voraus über Euren Hotel- /Zimmervermieter, sonst schaut Ihr, jedenfalls in der Hauptsaison, in die Röhre.Und zahlt im übrigen einen sehr viel höheren Preis als Ihr ihn über Euer Hotel bekommt. Vorsicht, die Amerikaner buchen meist große Geländewagen und kommen dann auf den Straßen nicht zurecht, ist halt nicht wie auf dem Highway. Also - wenn Euch so jemand entgegenkommt - besser langsam fahren und schon mal schauen, wo Ihr rechts an den Straßenrand fahren könnt. Noch ein Tip dazu - viele US-Bürger halten St. Barth für so eine Art Disneyland, das bedeutet für sie, überall mal stehenbleiben und gucken. Auch mitten auf den Verkehrsstraßen. Da gibts nur eins - Ruhe bewahren, bremsen, abwarten, irgendwann wacht auch der Ami wieder auf.

Für die Wanderer: Ihr könnt zu Fuß einen wunderschönen Weg laufen zwischen dem Anse des Flamandes und dem Anse Colombier (30 Minuten). Und Ihr könnt auch in Gustavia einige Minuten herumflanieren (20 Minuten). Fertig. Mehr gibts nicht zu wandern. Und genausowenig gibt es was zu radeln. - Und das ist auch gut so.

 

Die Saline

 

 

Die Unterkunft

Irgendwo müsst Ihr wohnen und wenn Ihr nicht gerade 500 Euro die Nacht pro Person ausgeben wollt, müsst Ihr etwas suchen. Aber, bitte bereits von zu hause aus, in St. Bart angekommen, wird es wohl ziemlich schwierig, etwas günstiges zu finden.

Als Reisezeit empfiehlt sich November bis Mitte Dezember. Da ist nämlich das Wetter gut und es sind noch nicht so viele Touristen auf der Insel. Die Zeit ist Vorsaison und deshalb einigermassen preiswert. Alles ändert sich am 15. Dezember, bis Ostern kostet es dann alles sehr viel mehr und es ist auch ordentlich voll. Danach werden die Bürgersteige hochgeklappt und die Insulaner sind unter sich. Restaurants, die meisten Hotels und auch viele Geschäfte sind geschlossen.

Es gibt zwei Möglichkeiten für einen bezahlbaren Aufenthalt, entweder Ihr bucht Euch ein Ferienhaus oder eine Ferienwohnung (ab etwa 1000 Euro in der Woche) oder Ihr bucht ein Zimmer oder ein Cottage in einer der kleineren Anlagen oder eines der preiswerteren Hotels, die Ihr auf StBart-Online.com finden könnt (ab 60 - 120 Euro pro Nacht und Zimmer). Welches, ist fast egal, alle sind einwandfrei, sauber und mit einer Küchenecke ausgestattet, meist befindet sich diese auf der Aussenterrasse oder dem Balkon. Mit oder ohne Frühstück - das spielt beim Preis nicht wirklich eine Rolle. Wir geben Euch da keine Empfehlungen, auf einmal ist das empfohlene Haus ausgebucht und wir können sehen, wo wir unterkommen. Bei tripadvisor.com findet Ihr eigentlich alle Unterkünfte auf St.Bart mit entsprechenden Bewertungen von Gästen, allerdings meist in englisch. Ob nah am Strand oder im Inselinneren ist dabei übrigens ziemlich egal, es sind eh höchstens 5 Minuten bis zum nächsten Strand zu fahren. Und wofür habt Ihr schliesslich Euer Mietauto.

St. Barth ist eine französische Insel, französisch ist die Hauptsprache, aber, wahrscheinlich ist das hier der einzige Platz auf der Welt, wo alle Franzosen auch englisch sprechen können (und das auch tun). Mit deutsch kommt Ihr eigentlich nicht wirklich voran, es sei denn, Ihr habt Glück und trefft ein paar nette Holländer oder Amerikaner deutscher Abstammung. - Oder im Supermarkt Audrey, die Kassiererin aus dem Elsaß, die wir hiermit nochmal herzlich grüssen.

 

Am Strand von Lorient

 

Ihr müsst ja auch mal was essen...

Das wird ein Problem, wenn Ihr jeden Tag ins Restaurant wollt und der letzte Lottogewinn schon einige Zeit her ist. Zu zweit werdet Ihr wohl mittags kein Restaurant unter 80 Euro Rechnung verlassen,selbst im Schnellimbiss seit ihr abends mindestens 120 Euro los. Es gibt einige wenige, günstigere Restaurants, die findet Ihr am besten, wenn Ihr mal in die "St. Barth News" schaut, dieses (Anzeigen)Blatt liegt beim Bäcker und im Supermarkt aus.

Auf St. Bart gibt es gute französische Supermärkte (z.B. Super U gegenüber dem Airport in St.Jean und SBA gegenüber dem Fähranleger in Gustavia (teurer) und auch einige kleinere Lebensmittelläden in Lorient und Anse de Cays. Die Preise entsprechen in etwa den Preisen in Frankreich, die Qualität der Lebensmittel ist ausgezeichnet. Sehr vieles kommt aus Frankreich oder aus den USA (Puerto Rico). Egal, ob Fleisch, Fisch (fangfrisch) oder Obst/Gemüse, Ihr findet alles, was Ihr braucht. Fisch gibts auch sehr gut in dem kleinen Geschäft gegenüber dem Friedhof von Lorient und Fleisch könnt Ihr auch beim Metzger in St. Jean kaufen. Baguettes und Gebäck gibts beim Petite Colombe Bäcker in Colombier und in Lorient.

Und Eure Unterkunft hat ja, wie wir Euch empfohlen haben, eine Küche und Ihr wisst sowieso abends nicht wirklich, was Ihr tun könntet. Ausserhalb der wenigen Restaurants ist es auf der Insel nämlich ab Eintritt der Dunkelheit nur noch eines - dunkel. Also - wenn es nicht atemberaubend teuer werden soll, dann ist selbst kochen angesagt.

 

St. Jean - Der Strand an der Landebahn
Vorne links: Nikki Beach

 

Und was tun wir auf St. Barth ?

Es gibt eine ganze Reihe wunderschöner Strände, angefangen beim Salines Beach (streckenweise FKK), der fast wie ein Nordseestrand ausschaut über den wunderschönen Anse de Gouverneur (außer dem Strand gehört hier alles Roman Abramowitsch) bis zum grossen Anse des Flamandes (leider inzwischen ziemlich zugebaut), Colombier (nur zu Fuß oder mit dem Boot erreichbar), Lorient (liegt direkt am Friedhof, laßt Euch dadurch nicht abschrecken) usw. Schaut mal auf St.Bart Online, da sind die Strände alle beschrieben und jeder wird seine drei bis fünf Lieblinge finden. Nett vielleicht auch mal der Strand von St. Jean (hier findet Ihr auch mit das ruhigste Wasser), wenn ihr dort spazieren geht, müsst ihr schon mal den Kopf einziehen, um nicht mit den landenden Flugzeugen zusammenzustossen. Und hier ist auch das Eden Rock Hotel, die Bar Nikki Beach und alles, was Ihr sonst immer bei RTL2 und PRO7 seht, wenn ein Filmchen über St. Barth läuft.

Ihr könnt surfen, segeln, schwimmen, wellenreiten, einfach nur rumliegen, Champagner trinken und Euer mitgebrachtes Picknick-Körbchen leerfuttern, Ihr könnt Euch allerdings weder Sonnenschirme noch Liegen noch sonst etwas mieten, also alles ins Auto einpacken, es gibt nichts zu mieten und auch Getränke gibts (ausser am St. Jean) nicht zu kaufen. Die Strände gehören Euch und nicht irgendwelchen Händlern.Und so teilt Ihr Euch dann 3 km Superstrand mit vielleicht 10 anderen Leuten.

Auch nicht schlecht - In der Lounge vom Edel-Hotel Carl Gustaf in Gustavia ab 17.00 Uhr zum Sunset Cocktail - einen tollen Blick auf Gustavia und einen fantastischer Sonnenuntergang gibts kostenlos zum wirklich guten Cocktail. Dienstags ist Happy Hour (Drinks 8 Euro) und meist treten auch noch irgendwelche Künstler auf.

Nein, die Autos braucht Ihr nicht zu verschliessen. St, Bart ist immer noch sicher. Ja, es gibt auch Diskotheken auf St. Bart. Nein, dort gibt es keine Türsteher. Wer auf dieser Insel angekommen ist, der gehört auch hierhin und kommt deshalb auch überall rein.

Nein, es ist wirklich kein Ziel für Rucksackreisende, aber, eben auch nicht nur für Rock- und Filmstars, Politiker und Millionäre. Obwohl Ihr Euch nicht wundern müsst, wenn im Supermarkt in der Kassenschlange neben Euch auf einmal irgendso ein Prominenter steht oder am Strand neben Euch liegt. Nein- nach Autogrammen fragt man vielleicht besser nicht.

Also, St. Bart ist wunderschön und irgendwie nicht wirklich von dieser Welt. Und wir sind im nächsten November ganz sicher wieder dort. Vielleicht sieht man sich ja mal. Am Gouverneur oder im Supermarkt am Airport oder beim Schaufensterbummel in Gustavia.

Die Links unten erzählen Euch noch viel mehr über diese Insel ...


Mehr zu St. Bart ...

Weihnachtsstau in der Karibik Ein Beitrag von Deutschlandradio kultur

Ein Paradies wird unabhängig Ein Beitrag aus Le Monde International

St.Bart online Informationen, Restaurants, Unterkünfte (englischsprachige Seite)



Wichtig bei Anreise über St. Maarten: Für St. Maarten gelten nicht die gleichen Einreisebestimmungen wie für die Niederlande. Einreise mit dem Personalausweis ist nicht möglich; der Reisende muss im Besitz eines gültigen Reisepasses sein.



 



aktualisiert Dezember 2011