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St.Barth (eingentlich Saint Barthelemy) - (Franz. Antillen)

aktualisiert Dezember 2009 

Erstmal ein paar Worte zum Kennenlernen

Die kleine Insel St. Barthelemy liegt in der Karibik, gehört zu den kleinen Antilleninseln und ist ein des französischen Überseedepartements Guadeloupe und gehört zur Europäischen Union. Auf diesem netten, kleinen Stück Europa mit seinen wunderschönen Stränden, kleinen Hotels und Villen und den Spitzenrestaurants versammeln sich alljährlich zwischen Weihnachten und Neujahr die Reichen und Schönen unserer Welt, um gemeinsam abseits vom üblichen Trubel ins neue Jahr zu feiern.

In der übrigen Zeit des Jahres findet man hier besonders gerne junge und ältere amerikanische Paare auf Hochzeits- oder irgendeiner Jubiläumsreise, in der Geld keine Rolle spielt. Die amerikanische Schreibweise ist übrigens St.Bart (ohne "h") und die werden wir jetzt auch mal weiter verwenden.

Ohnehin spielt Geld auf dieser Insel keine Rolle, weil - das hat man, davon spricht man nicht und das zeigt man auch nicht unbedingt. Von Deutschland aus lassen sich ganz ordentliche Hotels bei einigen Anbietern buchen, die liegen dann so ab 500 Euro pro Person und Nacht, natürlich ohne Frühstück.

Wie die Hotels, so sind auch die Restaurants vorzüglich, auch bei den Preisen. Da ist man zu zweit mal schnell 180 Euro für ein bisschen Lammbraten und Rotwein los.

Und weil das so ist und jeder das weiss, gibt es auch nur recht wenig "normale" Touristen auf der Insel, die im übrigen auch garnicht so einfach zu errreichen ist.

Wir sind sehr gern auf St. Bart, und - eigentlich ist es garnicht so teuer, wenn man ein wenig überlegt, wo man wohnt und was und wie man isst.

Eigentlich wollten wir unsere Tipps nicht verraten, aber, irgendwie ist es auch ganz schön, wenn wir vielleicht beim nächsten Mal zwei oder vier andere Deutsche auf der Insel finden und nicht nur Amerikaner, Franzosen, Australier und Holländer.

Anse des Flamandes

 

Die Anreise und - wie man sich auf der Insel vorwärts bewegt

Erstmal - zur Einreise benötigt man den Reisepass, jedenfalls immer dann, wenn man nicht über Guadeloupe ein- und ausreist. Dann reicht im Grunde auch der Personalausweis, weil, da bleibt ihr die ganze Zeit innerhalb der EU. Deshalb ist die Währung auf der Insel auch der Euro. Handytelefonate kosten nicht mehr als vom französischen Festland aus. Nein, St.Maarten ist zwar holländisch, aber, es ist eine Kolonie und gehört nicht zur EU, deshalb der Reisepass. Dort kommt ihr am besten mit US-Dollars zurecht, nehmt also ein paar kleine Scheine davon mit, wenn ihr über St.Maarten einreist.

Die Anreise von Europa erfolgt per Flugzeug und Fähre. Per Flugzeug geht es entweder nach St.Maarten (KLM oder Air France) oder nach Goudeloupe (Air France oder Air Caraibe ab Paris-Orly) und weiter ab St. Maarten mit Winair, Air Caraibe oder St.Bart Commuter oder Gouadeloupe mit Air Caraibe oder Air Antilles. Diese Flüge finden mit recht kleinen Maschinen statt, was auch klar wird, wenn man den Airport von St. Bart erstmal kennen gelernt hat. Die Landebahn ist so etwa 600 m lang, das reicht gut für Eure Privatflugzeuge und kleine Linien-Propellerflieger.

Alternativ lässt sich ab St. Maarten (St.Martin) auch eine Fähre buchen, die, wenn sie dann funktioniert, täglich nach St. Bart übersetzt (MV Voyager). Die Klammer ist da, weil diese Fähre auch mehrmals in der Woche von der französischen Hälfte der Insel St.Martin in Marigot losgeht. Inzwischen funktioniert auch die Schnellfähre ab Phillipsburg wieder, die bis zu dreimal täglich nach Gustavia herüberjettet. Übrigens - alles buchbar übers Internet.Preislich unterscheiden sich die beiden Anreisevarianten ab St.Maarten nicht wesentlich, der Flug ist kurz, aber ohne Seekrankheit, die Fähren sind, was die Pünktlichkeit betrifft, etwas zuverlässiger, jedenfalls besser als die Winair.

Alle diese karibischen Airlines und auch die Fährgesellschaft haben eins gemeinsam - es klappt nicht immer so, wie geplant. Deshalb empfiehlt sich, erstmal ein oder zwei oder auch mehr Nächte in St. Maarten zu bleiben, um dann mehrere Möglichkeiten, St. Bart zu erreichen, in Ruhe prüfen zu können und eventuell noch umzuplanen. Verlasst Euch nicht unbedingt auf die vorher vorgenommene Buchung. Wenn der Flieger (besonders gern bei der Winair) oder die Fähre nicht gehen, weil kaputt oder gerade zur Wartung - dann gehts Euch wie uns neulich, als wir nach einer 90minütigen Taxifahrt quer über St. Maarten zu guter Letzt für einen horrenden Preis mit einem gecharterten Speedboot ab Philipsburg im Dunklen über den Ozean geschippert sind, um irgendwie nach St. Bart zu kommen. Sehr gute Erfahrungen mit der An- und Abreise haben wir mit St. Bart Commuter gemacht, die auch schon mal auf ihre Passagiere ein paar Minuten warten, wenn der internationale Flieger etwas Verspätung hat.

Um an dem Tag, an dem Ihr aus Deutschland abgeflogen seid, auf St. Bart anzukommen, habt Ihr eigentlich nur eine realistische Chance, nämlich, wenn Ihr mit der Air France Frühmaschine (oder mit der Air Caraibe ab Paris) nach Gudadeloupe fliegt und dann mit der Air Caraibe nach St.Bart weiterkommt. Könnte vielleicht funkionieren. Besser ist, in jedem Fall eine Übernachtung nach dem Langstreckenflug einzuplanen, entweder auf Guadeloupe oder auf St. Maarten. Natürlich kommt die Air France eigentlich auch rechtzeitig auf St. Maarten an, nur - das ist oft leider nur Theorie, wir haben es mehrmals erlebt, das die AF so verspätet ankam, dass ein Weiterflug einfach nicht mehr möglich war.

Wenn Ihr dann irgendwie auf der Insel angekommen seid, braucht Ihr ein Fortbewegungsmittel, sprich einen Leihwagen. Das ist relativ einfach und auch nicht teuer zu bewältigen. Ab 25 Euro am Tag gibts einen Suzuki Jeep bei allen Anbietern. Es gibt auch kleine PKWs fürs selbe Geld, aber - die könnt Ihr auf St. Bart nicht wirklich gebrauchen. Es gibt nur sehr enge, oft steile und auch nicht immer asphaltierte Strassen und wenn es mal geregnet hat, läuft nichts mehr ohne Allrad. Nein, ein grösseres Auto braucht ihr auch nicht, die Insel ist dafür zu klein (einmal ganz rum sind so 35 Kilometer Fahrstrecke). Am besten bucht Ihr das Auto im Voraus über Euren Hotel- /Zimmervermieter, sonst schaut Ihr, jedenfalls in der Hauptsaison, in die Röhre.Und zahlt im übrigen einen sehr viel höheren Preis als Ihr ihn über Euer Hotel bekommt.

Für die Wanderer: Ihr könnt zu Fuß einen wunderschönen Weg laufen zwischen dem Anse des Flamandes und dem Anse Colombier (30 Minuten). Und Ihr könnt auch in Gustavia einige Minuten herumflanieren (20 Minuten). Fertig. Mehr gibts nicht zu wandern. Und genausowenig gibt es was zu radeln. - Und das ist auch gut so.

 

Gustavia, die Hauptstadt

 

 

Die Unterkunft

Irgendwo müsst Ihr wohnen und wenn Ihr nicht gerade 500 Euro die Nacht pro Person ausgeben wollt, müsst Ihr etwas suchen. Aber, bitte bereits von zu hause aus, in St. Bart angekommen, wird es wohl ziemlich schwierig, etwas günstiges zu finden.

Als Reisezeit empfiehlt sich November bis Mitte Dezember. Da ist nämlich das Wetter gut und es sind noch nicht so viele Touristen auf der Insel. Die Zeit ist Vorsaison und deshalb einigermassen preiswert. Alles ändert sich am 15. Dezember, bis Ostern kostet es dann alles sehr viel mehr und es ist auch ordentlich voll. Danach werden die Bürgersteige hochgeklappt und die Insulaner sind unter sich. Restaurants, die meisten Hotels und auch viele Geschäfte sind geschlossen.

Es gibt zwei Möglichkeiten für einen bezahlbaren Aufenthalt, entweder Ihr bucht Euch ein Ferienhaus oder eine Ferienwohnung (ab etwa 1000 Euro in der Woche) oder Ihr bucht ein Zimmer oder ein Cottage in einer der kleineren Anlagen oder eines der preiswerteren Hotels, die Ihr auf StBart-Online.com finden könnt (ab 60 - 120 Euro pro Nacht und Zimmer). Welches, ist fast egal, alle sind einwandfrei, sauber und mit einer Küchenecke ausgestattet, meist befindet sich diese auf der Aussenterrasse oder dem Balkon. Mit oder ohne Frühstück - das spielt beim Preis nicht wirklich eine Rolle. Wir geben Euch da keine Empfehlungen, auf einmal ist das das empfohlene Haus ausgebucht und wir können sehen, wo wir unterkommen. Bei tripadvisor.com findet Ihr eigentlich alle Unterkünfte auf St.Bart mit entsprechenden Bewertungen von Gästen, allerdings meist in englisch. Ob nah am Strand oder im Inselinneren ist dabei übrigens ziemlich egal, es sind eh höchstens 5 Minuten bis zum nächsten Strand zu fahren. Und wofür habt Ihr schliesslich Euer Mietauto.

St. Bart ist eine französische Insel, französisch ist die Hauptsprache, aber, wahrscheinlich ist das hier der einzige Platz auf der Welt, wo alle Franzosen auch englisch sprechen können (und das auch tun). Mit deutsch kommt Ihr eigentlich nicht wirklich voran, es sei denn, Ihr habt Glück und trefft ein paar nette Holländer oder Amerikaner deutscher Abstammung. - Oder im Supermarkt die Frau des örtlichen Schreiners, die wir hiermit nochmal herzlich grüssen.

 

Am Strand von Lorient

 

Ihr müsst ja auch mal was essen...

Das wird ein Problem, wenn Ihr jeden Tag ins Restaurant wollt und der letzte Lottogewinn schon einige Zeit her ist. Zu zweit werdet Ihr wohl mittags kein Restaurant unter 60 Euro Rechnung verlassen,selbst im Schnellimbiss seit ihr abends mindestens 120 Euro los.

Auf St. Bart gibt es fantastische französische Supermärkte (z.B. gegenüber dem Airport in St.Jean und gegenüber dem Fähranleger in Gustavia) und auch einige kleinere Lebensmittelläden. Die Preise entsprechen in etwa den Preisen in Frankreich, die Qualität der Lebensmittel ist ausgezeichnet. Sehr vieles kommt aus Frankreich oder aus den USA (Puerto Rico). Egal, ob Fleisch, Fisch (fangfrisch) oder Obst/Gemüse, Ihr findet alles, was Ihr braucht.

Und Eure Unterkunft hat ja, wie wir Euch empfohlen haben, eine Küche und Ihr wisst sowieso abends nicht wirklich, was Ihr tun könntet. Ausserhalb der wenigen Restaurants ist es auf der Insel nämlich ab Eintritt der Dunkelheit nur noch eines - dunkel. Also - wenn es nicht atemberaubend teuer werden soll, dann ist selbst kochen angesagt.

 

Gegenverkehr am Strand von St. Jean

 

Und was tun wir auf St. Bart ?

Es gibt eine ganze Reihe wunderschöner Strände, angefangen beim Salines Beach (streckenweise FKK), der fast wie ein Nordseestrand ausschaut über den Anse Gouverneur mit seiner abenteuerlichen Zufahrtsstrasse bis zum grossen Anse des Flamandes, Colombier (zu Fuß oder mit dem Boot erreichbar), Lorient (liegt direkt am Friedhof, laßt Euch dadurch nicht abschrecken) usw. Schaut mal auf St.Bart Online, da sind die Strände alle beschrieben und jeder wird seine drei bis fünf Lieblinge finden. Nett vielleicht auch mal der Strand von St. Jean (hier findet Ihr auch mit das ruhigste Wasser), wenn ihr dort spazieren geht, müsst ihr schon mal den Kopf einziehen, um nicht mit den landenden Flugzeugen zusammenzustossen...

Ihr könnt surfen, segeln, schwimmen, wellenreiten, einfach nur rumliegen, Champagner trinken und Euer mitgebrachtes Picknick-Körbchen leerfuttern, Ihr könnt Euch allerdings weder Sonnenschirme noch Liegen noch sonst etwas mieten, also alles ins Auto einpacken, es gibt nichts zu mieten und auch Getränke gibts (ausser am St. Jean) nicht zu kaufen. Die Strände gehören Euch und nicht irgendwelchen Händlern.Und so teilt Ihr Euch dann 3 km Superstrand mit vielleicht 10 anderen Leuten.

Nein, die Autos braucht Ihr nicht zu verschliessen. St, Bart ist immer noch sicher. Ja, es gibt auch Diskotheken auf St. Bart. Nein, dort gibt es keine Türsteher. Wer auf dieser Insel angekommen ist, der gehört auch hierhin und kommt deshalb auch überall rein.

Nein, es ist wirklich kein Ziel für Rucksackreisende, aber, eben auch nicht nur für Rock- und Filmstars, Politiker und Millionäre. Obwohl Ihr Euch nicht wundern müsst, wenn im Supermarkt in der Kassenschlange neben Euch auf einmal irgendso ein Prominenter steht oder am Strand neben Euch liegt. Nein - nach Autogrammen fragt man vielleicht besser nicht.

Also, St. Bart ist wunderschön und irgendwie nicht wirklich von dieser Welt. Aber, es existiert. Und wir sind im nächsten November ganz sicher wieder dort. Vielleicht sieht man sich ja mal. Am Flamande oder im Supermarkt am Airport oder beim Schaufensterbummel in Gustavia.

Die Links unten erzählen Euch noch viel mehr über diese Insel ...


Mehr zu St. Bart ...

Weihnachtsstau in der Karibik Ein Beitrag von Deutschlandradio kultur

Ein Paradies wird unabhängig Ein Beitrag aus Le Monde International

St.Bart online Informationen, Restaurants, Unterkünfte (englischsprachige Seite)



Wichtig bei Anreise über St. Maarten: Für die überseeischen Gebiete Niederländische Antillen (also auch St. Maarten) und Aruba gelten nicht die gleichen Einreisebestimmungen wie für die Niederlande. Einreise mit dem Personalausweis ist nicht möglich; der Reisende muss im Besitz eines gültigen Reisepasses sein.