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Auf dem Wasser von St. Petersburg nach Moskau

 

Russland bereist man am einfachsten mit einer Gruppe. Für Einzelreisende ist es immer noch kompliziert, ein Visum nur für touristische Zwecke zu bekommen und dann einfach drauflosreisen zu können. Das scheitert auch daran, daß es außerhalb von Moskau und einigen anderen großen Städten recht schwierig ist, geeignete Unterkünfte zu finden usw.

... Jedenfalls haben wir uns entschlossen, eine Flusskreuzfahrt von St. Petersburg nach Moskau zu unternehmen - unsere erste "Kreuzfahrt" und gleichzeitig unsere erste Reise in das neue Russland. Veranstalter dieser Reisen ist meist Olympia-Reisen in Bonn (viele andere Anbieter sind "Unteranbieter" dieser Firma).

Unser Schiff trug den Namen "Leonid Krasin" und der Kapitän sah aus wie Putin für Arme.

 

In Uglitsch


Die Reise dauert entweder 10 oder 13 Tage, geht von St. Petersburg nach Moskau oder umgekehrt. Die Schiffe sind kurz vor der Wende in der alten DDR gebaut, wirken aber vertrauenerweckend. Und sind vor allem sehr sauber. Die Kabinen sind klein und zweckmäßig eingerichtet, die Naßzelle ist ein Erlebnis, vor allem die Dusche (wenn man sie findet) - aber, wir wollen da nichts verraten, daß müsst Ihr selbst erleben.

Die Verpflegung an Bord ist vielseitig, vor allem, wenn man Bouletten mag, denn die gibt es in zahlreichen Varianten. Ihr glaubt garnicht, aus was man alles Bouletten machen kann. Also, auf deutsch, es gibt genug zu essen, über Geschmack kann man streiten.

Und das ein Virus mitreist, ist, anders als auf dem Nil, eher die Ausnahme. Bei uns traf der Durchfall leider fast jeden. Aber überlebt haben's alle, nicht zuletzt mit Hilfe der russischen Ärztin an Bord und viel Zwieback und Wodka.

Auf dem Roten Platz in Moskau

Die Getränkepreise an Bord liegen fürs Gebotene auf recht hohem Niveau (Flasche Bier 3 Euro, klitzekleiner Wodka 2 Euro ...). Um sich nicht umgewöhnen zu müssen, haben auch die Landausflüge ordentliche Preise, so zwischen 30 und 40 Euro pro Person für einen kleinen Halbtagsausflug ist da nix.


Und ein Geheimtip ist diese Route auch nicht. Wöchentlich fallen zehntausende von Rentnern aus aller Welt wie die Heuschrecken in russische Dörfer ein, um dort völlig unnütze Souvenirs (neueste Attraktion: Bin Laden als Babuschka) zu erwerben und echte Russen zu erleben. Dagegen ist Königswinter ein ruhige Pflaster.



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Was auch diese Kreuzfahrt mit vielen anderen gemeinsam hat - das Publikum gehört eher der reiferen Generation an. Entsprechend ist auch das Unterhaltungsangebot an Bord. Aber wenigstens braucht man auf diesen Schiffen nicht den gesamten Kleiderschrank mitzuschleppen. Anzug und Abendkleid passen einfach nicht zu Frikadellen.


Russland ist preiswert ? Denkste, es gibt kaum was teueres. So kostet ein Cappucino - allerdings ein guter - im Moskauer GUM-Kaufhaus mal eben 5 Euro und eine Pizza Funghi, zusammen mit einem (sibirischen) Bier in der Fußgängerzone Arbad in Moskau 15 Euro. Dafür ist das Metro-Fahren billig. Allerdings recht abenteuerlich, wenn man die kyrillischen Buchstaben nicht beherrscht.


Holzkirche in Kishi

 

 

Und trotzdem. St. Petersburg hat uns beeindruckt. Eremitage, Puschkin und Peterhof lohnen einfach einen Besuch (wenn es auch außerhalb der Sehenswürdigkeiten und der Vorzeigestraße teilweise ziemlich heruntergekommen aussieht), Moskau ist eine absolute Weltstadt, garnicht mehr so düster, wie wir geglaubt haben, der Kreml ist ein Hammer, und die Fahrt durch Ladoga- und Onegasee zur Wolga, vor allem die Landschaft, einfach nur schön.


Nur eines ist klar. Als wir losgeflogen sind, wußten wir fast nichts von Russland. Das hat sich kaum geändert. Die russische Seele haben wir in der kurzen Zeit nicht kennen lernen können.


Was wir gelernt haben: Wir müssen da unbedingt nochmal hin. Und für Kreuzfahrten sind wir einfach noch nicht reif genug.

 

 

In St. Petersburg


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Olympia-Reisen Veranstalter von Russland-Reisen seit über 30 Jahren, angeblich der Spezialist überhaupt.

Und hier ein sehr interessanter Reisebericht

Gesundheitshinweise für Russland
Was unser Auswärtiges Amt dazu sagt