Südafrika - eine etwas andere Rundreise ...
aktualisiert: August 2010
Nachdem Ihr heil in Südafrika angekommen seid, fragt sich natürlich, wohin (und wohin nicht). Und, wenn Ihr in Kapstadt angekommen seid, bedeutet das natürlich zuerst mal, Kapstadt selbst, die Kaphalbinsel und dann so etwa die Gardenroute. Und die fahr ich jetzt mit Euch - allerdings auf einer etwas ungewöhnlichen Route. Kapstadt: Ihr kommt an, die Sonne scheint, es ist relativ windstill und Ihr könnt den Tafelberg klar erkennen ? DANN vergesst alles, was Ihr Euch für heute vorgenommen habt und fahrt mit der Seilbahn auf den Tafelberg. Bevor der wieder unter den Wolken liegt oder der Verkehr wegen aufkommendem Wind eingestellt wird. Freunde von uns haben das bei ihrer ersten Reise nach Südafrika nicht geglaubt, die waren dann auf drei Reisen insgesamt fünfmal in Kapstadt, bis es endlich geklappt hat mit dem Tafelberg. Robben Island ? Ist sehr interessant, geht mit dem offiziellen Schnellboot, die Fahrt ist nicht gerade gemütlich, dafür aber auch nicht so lang. Über Robben Island gehts mit einem uralten Bus, erst etwas in die Natur, dann in das Gefängnis, wo Nelson Mandela und viele andere eingesperrt waren. Die Führung ist in Englisch, aber recht gut zu verstehen. Allerdings wird sehr viel erzählt und das ganze ist ein bißchen lang. Wer etwas über Südafrika verstehen will, der MUSS diese Fahrt einmal machen. Waterfront. Da geht zum Beispiel das Schiff nach Robben Island los. Davor und danach kann man sich hier ausruhen, bummeln, man kann shoppen bis zum Umfallen, essen, trinken, rumsitzen und den Straßenmusikern und -künstlern zusehen ... Kaphalbinsel: Am Kap der Guten Hoffnung angekommen, stellt sich die Frage, wie kommt man vom pavianbewachten Parkplatz nach oben zum Leuchtturm. Die Sportlichen machen das zu Fuß, bequemer und auch nicht weniger interessant ist es mit der kleinen Bahn, die auch nicht viel kostet. Vorher aber, Auto abschliessen, Fenster zu und FINGER WEG VON DEN PAVIANEN!!! Das hier ist übrigens nicht der südlichste, sondern nur der südsüdwestlichste (oder so ähnlich) Punkt Afrikas. Der südlichste Punkt ist Kap Aguilhas, etwa 80 km östlich vom Kap der Guten Hoffnung. Dort gibt es aber außer einem schönen Leuchtturm und einer sauberen öffentlichen Toilette wenig zu sehen. Wenn Ihr um die Kaphalbinsel rumfahrt, vergesst nicht, in Boulders (Simonstown) die Pinguine zu besuchen. Achtet auf die (kleinen) Hinweisschilder, sonst fahrt Ihr einfach vorbei.
Pinguine in Boulders Bay / Kaphalbinsel Weinland: Ihr wohnt in Paarl ? Gute Idee. Mitten in den Weinbergen. Sonst gibt es hier allerdings auch nichts besonders Sehenswertes, sehen wir mal vom Sprachendenkmal ab, das immerhin 30 Minuten Eurer Urlaubszeit in Anspruch nehmen wird. Fahrt mal nach Tulbagh - und zwar auf unterschiedlichen Routen hin und zurück. Dieser kleine Ort ist mit seinen alten Häusern in der Kerkstraat absolut sehenswert und in der Oude Herberg kann man eine wunderschöne Pause einlegen. Franschhoek sollte man besuchen, das ist weit romantischer und sehenswerter als das olle Stellenbosch. N1 bis Prince Albert: Wir fahren jetzt die Gardenroute völlig verkehrt, nämlich, erst mal über die N1 von Paarl in Richtung Johannesburg. Nach zwei Stunden Fahrt erreicht Ihr Matjesfontain, ein ehemaliger Kurort mit ungefähr 8 Häusern. Falls rechtzeitig gebucht, kann man hier eine Stadtrundfahrt im Doppeldeckerbus machen. Dauert genau 4 Minuten. Einige Kilometer weiter solltet Ihr in Richtung Prince Albert abbiegen. In Prince Albert scheint irgendwie die Zeit stehen geblieben zu sein. Dies ist einer der malerischten Orte Südafrikas. Wenn Ihr Zeit habt, fahrt unbedingt über den Swartberg Pass nach Oudshorn. Die (ungeteerte) Straße windet sich durch Schluchten und langsam den Berg hinauf, manchmal wirds sehr eng, aber die Aussicht ist den Nervenkitzel wert.
Mitchell Street 56 Guesthouse in Hermanus / False Bay Oudshorn: Die Cango Caves ist eigentlich nur eine Tropfsteinhöhle, die man besichtigen kann. Langweilig, sagt ihr ? Dann bucht mal die volle Tour und ihr kommt gegen Ende der Besichtigung in einen Teil, den man nur noch kriechend (und keuchend) besuchen kann. Und genau das ist das Abenteuer, weshalb sich der ganze Aufwand lohnt. Übrigens: In Oudshorn kann man Geparden streicheln, wenn man das Bedürfnis hat. Und auf Strau0en reiten, was irgendwie Tierquälerei ist, finde ich.
Karoo National Park: In Beaufort-West kann man einen 1/2tägige Rundfahrt mit dem Jeep durch den Karoo National Park buchen. Es gibt irre Landschaften, Berge und Bergzebras zu sehen. Lohnt sich. Es lohnt sich allerdings nicht, in Beaufort-West zu bleiben. Graaf Reinet : Eine der schönsten und ältesten Städte Südafrikas. Nehmt Euch unbedingt zwei bis drei Tage Zeit für diesen Ort. Es gibt wunderschöne Museen, um Graaf-Reinet gibts einen Game(Wild)park (kostenlos), den man mit dem Auto durchstreifen kann und es gibt die traurigsten Felsen der Welt im Valley of Desolation. Dinner im Drosdy Hotel ist Pflicht. In der Nähe ist Nieu Bethesda. Hier gibts das Owlhouse zu besichtigen. Kann man nicht beschreiben, ein Haus und Garten voll mit Steinskulpturen, Eulen, Fabelwesen, alles mögliche. Mit sehr viel Humor gestaltet. Die Künstlerin ist inzwischen verstorben, aber Haus und Steingarten werden als Museum fortgeführt. Laßt Euch überraschen, es ist absolut irre.
Mountain Zebra Park: Hier gibts die Bergzebras und natürlich Böcke, Böcke, Böcke. Wohnen könnt Ihr im Park. Opfert zwei Tage hierfür. Der Park ist mit dem PKW durchfahrbar. Nun wirds langsam Zeit, ans Meer zurückzukommen. Wie wärs mit Kenton on Sea: Die Sunshine Coast. Riesenstrände, wenig Touristen. Ihr könnt den Bushman River mit dem Boot befahren, lohnt unbedingt. Abendessen kann man sehr gut direkt in dem Restaurant an der Bootsanlegestelle in Kenton. Fahrt mal nach Port Alfred. Dort hats riesige Strände. Und hier in der Nähe sind die Kariega Game Reserve, der Addo Elefant Park, die Emlanjeni Game Reserve und Shamwari. Diese Reserves lassen sich als Paket oder einzeln buchen, entweder für einen Tagesbesuch oder mit Übernachtung. Danach habt Ihr die Big Five in freier Wildbahn gesehen und könnt Euch den Krüger National Park und die Malarievorsorge sparen.
Im Addo National Park Wenn Ihr noch etwas Zeit habt, könntet Ihr noch etwas weiter Richtung Durban auf der N2 fahren und hinter East London nach Morgans Bay (liegt an der Grenze zur alten Transkei) abbiegen. Hier gibts nur ein Hotel, eben das Morgans Bay Hotel, ein paar Häuser einen wunderschönen Strand und ganz viel Gegend. Ihr müßt unbedingt mal in dem Hotel wohnen. Das Hotel stammt aus dem Jahre 1944. Einige Gäste haben wohl schon die Eröffnungsfeierlichkeiten miterlebt.
Zurück über die N2: In Port Elisabeth kann man zwischenübernachten. Sonst lohnt sich die Stadt ehrlich gesagt, nicht. Ein paar Kilometer weiter geht es von der N2 ab Richtung Meer nach Van Stadens Mouth. Solche Dünen habe ich noch nie gesehen. Wer Lust hat, kann hier von riesigen Sanddünen herunter zum Meer "skifahren". Knyssna: Ein idealer Zwischenstopp für mehrere Tage. Allerdings - der Ort liegt direkt an der N2 (autobahnähnlicher Verkehr). Die meisten Gästehäuser auch. Da fährt dann am frühen Morgen der Laster direkt durchs Zimmer.
Pink Umbrella Restaurant und Gästehaus in Knyssna
Weiter: Von George nach Mosselbay solltet Ihr nicht die N2 nehmen, sondern an der Küste entlang trödeln. Ein bißchen Schotterstrecke, dann aber Asphalt, viel Strand und nette kleine Örtchen. In Mosselbay selbst kann man mit dem Motorsegler einen Ausflug zur Robbeninsel unternehmen. Mitunter hat man das Schiff, auf das über 30 Personen passen, für sich allein. Das ist dann so das Gefühl, mit eigener Jacht durch Südafrika zu fahren ... Ihr habt noch Zeit? Dann biegt mal ab nach Still Bay. Im Ferienmonat Januar ist hier der Bär los, kein freies Plätzchen am Strand und im gesamten Ort, im übrigen Jahr schläft der Ort. Hier kann man direkt im Hafen auf dem Balkon des Hafenrestaurants Fisch essen und hat einen fantastischen Blick über das Meer. Zu den Walen: Irgendwie müßt Ihr dann so langsam die N2 verlassen und Richtung Hermanus fahren. Jedenfalls, wenn Ihr in den Monaten Mai bis November in Südafrika seid. In Hermanus, genauer, im Wasser vor Hermanus, tummeln sich dann nämlich die Wale. Ihr seht sie vom Ufer aus, z.B. vom McRib-Restaurant oder von einem der Restaurants direkt am Meer. Riesenwale. Nicht mal einer und dann stundenlang garnichts. Manchmal hat man das Gefühl, die machen sich einen Spaß daraus, den Leuten am Ufer ihre Kunststücke vorzuführen. Aber, auch in der übrigen Jahreszeit lohnt der Abstecher. Vor allem, wenn Ihr dann weiter Richtung Somerset West die Küstenstraße entlang fahrt. In Bettys Bay könnt ihr nochmal Pinguine besuchen, die dort am Ufer in einer Kolonie leben. Kurz danach werdet Ihr eine der schönsten Küstenstraßen der Welt befahren. Die Strecke beginnt unmittelbar hinter Roi Els (hier leben mehr Affen als Menschen) und geht bis Gordons Bay. Der letzte Tipp: Die Rückflüge starten meistens am späteren Nachmittag. Da ist es nicht schlecht, wenn ihr nicht direkt um 10.00 morgens auschecken müßt. Bei Gästehäusern ist das auch meist kein Problem. Also, sucht Euch eine Unterkunft im Umkreis von 50 km um den Airport (Paarl, Kapstadt, Kleinmond ...), genießt den letzten Vormittag und macht Euch dann auf den Weg zum Airport. Vergeßt aber nicht, noch rechtzeitig vor Abgabe des Autos vollzutanken. So, das sollte erstmal reichen. Und nun viel Spaß in Südafrika.
|