Südafrika - Allgemeines
aktualisiert: März 2004
| Vor der Abreise Reisezeit: Juni - August ist eine sehr schöne Reisezeit, allerdings nur, wenn man Kälte, Regen und Schneematsch mag. Zwischen Mitte Dezember und Mitte Januar sind Sommerferien, die Strände, die Hotels, die Gästehäuser sind überfüllt und es ist natürlich ordentlich teuer.
Der ChooChoo-Train in Knysna Anreise: Es gibt die bestimmt wunderschöne Möglichkeit, mit dem Frachtschiff von Deutschland nach Südafrika zu reisen. Dauert allerdings einige Wochen und ist auch nicht so billig. Wer das nicht möchte, wird also wohl doch ins Flugzeug klettern. Es gibt zig Fluggesellschaften, die nach Südafrika fliegen. Besonders preiswert ist die Egypt Air, vor allem in der Business Class. Allerdings - etwas länger unterwegs - einschl. Aufenthalt auf dem Flughafen von Kairo - und fliegt nur nach Johannesburg. Ähnliches gilt auch für die (allerdings erheblich bessere) Emirates, bei der ihr in Dubai umsteigt und dort evtl. auch noch einen Zwischenstopp einlegen könnt. Ebenfalls eine recht gute Möglichkeit ist die Air Namibia. Fliegt ab Frankfurt über Windhuk nach Johannesburg oder Kapstadt, kostet nicht allzu viel und hat nur einen kurzen (Umsteige)-Aufenthalt in Windhuk. Genauso lange, nur zu einem erheblich höheren Preis, ist die Lufthansa nach Kapstadt unterwegs. Recht komfortabel ist die SAA (South African Airways), die oft günstige Sonderangebotspreise hat und sich vor allem anbietet, wenn man z.B. von Europa direkt nach Port Elisabeth oder Durban fliegen will. Dann gibts z.B. noch die British Airways, in der fast immer noch ein Platz zu finden ist, auch wenn die anderen Flieger alle voll sind. Da geht allerdings schon mal das Gepäck verloren. Dafür ist das Essen reichlich gewöhnungsbedürftig. Diesen Airlines ist gemeinsam, daß im allgemeinen der Flug irgendwann am Vortag beginnt (von früher Nachmittag bis später Abend) und alle irgendwie zwischen 11.00 und 14.00 Uhr in Kapstadt ankommen. Und hier, die beiden sind etwas ganz besonderes. Die LTU und die KLM. Die fliegen so geschickt, daß sie mitten in der Nacht in Kapstadt ankommen. Nun liegt der Flughafen etwas außerhalb und es macht natürlich unheimlich viel Spaß, im Stockdunklen erstmal nach Kapstadt zu finden und dann durch eine fremde Stadt zu irren und verzweifelt das Hotel zu suchen, das man zum Start gebucht hat. Eigentlich ist die LTU nur für Pauschalreisen und für Leute, die am Airport abgeholt werden, geeignet. Und die KLM vielleicht am besten für Holländer, die ihren Wohnwagen mitgenommen haben. Leihwagen mieten: sollte man von zuhause aus tun. Günstig ist meist AVIS oder Europcar. Außer direkt bei den Vermietern empfiehlt es sich, mal bei Maiers Weltreisen und TUI im Katalog zu blättern, die haben oft sehr günstige Angebote. Mitunter läßt sich ein Auto auch über die gebuchte Fluggesellschaft preiswert mieten. Jedenfalls, ein Auto nach der Ankunft mieten, ist die ungünstigste Möglichkeit, außer man ist mit dem Vermieter verwandt.
The Owlhouse in Bethesda Bargeld: Das erste Bargeld solltet Ihr per Karte am Automaten im Flughafen ziehen. Und - bei den Automaten solltet Ihr sowieso am besten bleiben. Umtausch in der Bank dauert lange und kostet oft extra Gebühren, also nur geeignet, wenn Ihr Zeit zuviel habt.
Erste Unterkunft: Toll, nach durchgeflogener Nacht ankommen, müde ins Auto steigen, Linksverkehr, Autobahn. Der Verkehr wird immer wuseliger, je näher Ihr nach Kapstadt kommt. Verkehr beobachten, Hotel suchen ... Der Stress ist da direkt vorprogrammiert. Ihr könntet Eure Reise auch in Paarl anfangen. Da geht es vom Flughafen ein kurzes Stück weg von Kapstadt, dann 20 Minuten über eine ruhige Autobahn in eine kleine Stadt mit geraden Straßen und überschaubarem Verkehr. Gebucht habt Ihr eine schöne Unterkunft mitten in den Weinbergen, also, Zimmer beziehen, ab in den Pool, relaxen, Abendessen in einem vom Gastgeber empfohlenen kleinen Restaurant, schlafen und DANN kann das Abenteuer beginnen. Kapstadt erreicht Ihr von Paarl aus stressfrei in 30 Minuten. Wir wohnen seit unseren letzten Reisen immer zuerst in Paarl und garnicht mehr in Kapstadt. Wo wohnen: Natürlich nicht in Hotels. Die sind zwar gut, gepflegt und auch nicht zu teuer, aber eben Allerweltshotels ohne irgendetwas Besonderes. Wir wohnen in Gästehäusern, Lodges und Bed&Breakfast. Viele Südafrikaner haben ihr Haus so hergerichtet, daß es dort drei bis fünf Zimmer für Gäste gibt, individuell und oft sehr elegant eingerichtet, mit Bad und WC, Swimmingpool und schönem Garten ... Kostet weniger als ein Hotel, ist oft luxuriöser, in jedem Fall aber individueller und gemütlicher. Und der Gastgeber gibt natürlich tolle Tipps, was man sehen und unternehmen könnte (meist besser als die aus dem Reiseführer) Allerdings NICHT für Hundefeinde geeignet. Wir haben nur ganz wenige Gästehäuser gesehen, in denen nicht mindestens ein Hund (und diversers anderes Viehzeug) lebt. Die Hundefreunde lernen hier ganz liebenswerte Staffordshire-Terrier kennen.
Auto fahren: Linksverkehr. Kein Problem, weil - der Verkehr ist außerhalb der ganz großen Städte recht überschaubar. Vielleicht der Kreisverkehr. Da gehört schon etwas Überlegung dazu, richtig herum rein- und wieder rauszufahren. Ungewöhnlich: Es gibt die 4-Way-Stopschilder an vielen Straßenkreuzungen. Das bedeutet, wer zuerst kommt, fährt auch zuerst, dann der zweite, der dritte usw. Wer hier nicht bis vier zählen kann, kommt bald in den Genuß der Leistungen seiner Leihwagen-Vollkaskoversicherung (die allerdings eine ziemlich hohe Eigenbeteiligung hat). Überholen: Der ordentliche Autofahrer geht, wenn er überholt wird, ganz nach links, wenn befahrbar, auf die "Standspur" und läßt den Überholenden vorbeifahren. Dann bedankt sich der Überholer durch Betätigen der Warnblinkanlage, der Überholte hingegen bedient kurz die Lichthupe. Touristen erkennt man am verdatterten Gesichtsausdruck. Essen und Trinken: Springbock, Kudu, Strauß sind nicht nur hübsche, sondern auch essbare Tiere. Das Fleisch schmeckt äußerst lecker. Wild nennt man übrigens "GAME". Also ist eine Game Reserve oder ein Game Park keine Spielhölle, sondern ein Reservat oder ein Privatpark mit wilden Tieren. Daneben gibt es sehr gute Rindersteaks und vor allem sehr viel frischen Fisch. Und Italiener, Griechen, Spanier, deutsche Brauhäuser, Chinesen, eigentlich alles, was es hier bei uns auch gibt. Das Bier kann man gut trinken. Vor allem, wenn man das richtige erwischt. Probiert mal Windhoek Lager. Castle schmeckt auch noch ganz ordentlich. Amstel ist wie überall. Aber eigentlich trinkt man in Südafrika Wein. Versucht erstmal Weine von Boschendal, Allesverloren und Zonnebloem und trinkt Euch dann durch die Weinkarten durch. Pinotage ist oft nicht so gelungen, zur Zeit gibts viel Cabernet/Merlot (rot), guter Weisswein ist Chardonnay und Blanc et Noir ist ein leckerer Rosewein. KWV-Weine,die es hier bei uns gibt, werdet Ihr außer in der KWV-Kellerei in Paarl nirgendwo finden, die werden aussschliesslich exportiert.
Im Mountain-Zebra Park bei Craddock Make a Booking: Egal, ob Ihr essen gehen wollt (wenn es nicht gerade Wimpy, KFC oder McDonald sein soll), ob Ihr einen Ausflug mit dem Boot machen wollt, eine Kurzsafari in einem Nationpark, eine Private Game (Wild) Reserve besuchen wollt oder was auch immer - Ihr solltet vorher buchen - also reservieren. Sonst kommt Ihr nach 20 km Schotterpiste in dem kleinen Geheimtipp-Restaurant am Ende der Welt an und könnt direkt wieder umdrehen, weil für Euch kein Platz mehr da ist. Also - in Südafrika wird praktisch alles vorher "gebucht". Wer sich auf sein Glück bei spontanen Entscheidungen verläßt, hat meist Pech. Ihr müsst das nicht unbedingt selber machen, Eure Gastgeber in den Gästehäusern oder auch die Hotels erledigen das für Euch. Gesundheit: Das Wasser ist ganz normal trinkbar. Wo das nicht der Fall ist (mitunter in der Eastcape Provinz und in der Transkei), wird man es Euch rechtzeitig sagen. Die Regel mit den gekochten und geschälten Sachen gilt in Südafrika nicht. Ihr könnt sorglos Salat, Obst, Speiseeis (auch von den Eisverkaufsbuden) essen. Da passiert nix, ehrlich.Und wenn Ihr Euch die Haxen gebrochen habt - ärgerlich, aber nicht wirklich ein Problem. Die ärztliche Versorgung in Südafrika ist ausgezeichnet. Und wenn Ihr nun gar kein Englisch sprecht, irgendwie könnt Ihr Euch immer verständlich machen - schließlich ist Afrikaans so eine Art "Holländisch für Arme" und das versteht, langsam gesprochen, fast jeder (ich weiß, für Bayern ist das schwierig...). Sicherheit: Also, Johannesburg ist ganz sicher gefährlich und auch Kapstadt ist, zumindest nachts, nicht ohne. Frankfurt übrigens auch nicht, obwohl das nicht in Südafrika liegt. Uns ist bisher noch die etwas zugestoßen, wir verhalten uns allerdings auch nicht anders als in deutschen Großstädten. Was ich nicht mit mir rumschleppe, kann auch nicht geklaut werden. Und im Dunkeln lauf ich hier auch nicht alleine rum. Und schon garnicht mit blitzenden Klunkern am Hals. Sobald ihr die Großstädte verlassen habt, relativiert sich das Sicherheitsproblem ohnehin.Also - seid nicht leichtsinnig und unvorsichtig und dann klappts auch mit dem Afrikaner. Noch etwas: Wenn Ihr Eure Kenntnisse über Südafrika bisher überwiegend aus den diversen in Südafrika spielenden Fernsehdramen erworben habt. Also, es ist doch eher selten, daß dreiviertelnackte, bunt geschminkte dunkelhäutige Afrikaner mit Speeren in den Händen frei herumlaufende Löwen direkt am Airport jagen. Bei der Berichterstattung rund um die Fußball-WM haben wir oft hier gesessen und herzlich gelacht bzw. den Kopf geschüttelt. Eigentlich ist Südafrika ein ganz normales, zivilisiertes, wunderschönes Land mit allem, was das europäische Herz so begehrt.
Bei Port Alfred an der Sunshine Coast
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