Polen - der unbekannte Nachbar
Wir waren in Polen. Wir sind nicht überfallen worden. Es wurde auch nichts gestohlen. Das einzige, was uns abhanden gekommen ist, sind unsere Vorurteile. Beeindruckt hat uns die Sauberkeit in den Städten, die Freundlichkeit der Menschen und die Schönheit der Landschaft. Alte Kirchen und Häuser, teilweise liebevoll restauriert, andere im alten Stil wieder neu aufgebaut, Dörfer voller Störche, die Einsamkeit der Masuren, wunderschöne Badeorte an der Ostsee, lebhafte Innenstädte mit zahlreichen Straßencafes - es gibt viel zu sehen..
In Danzig
Weitere Anreisemöglichkeiten sind der Flieger (nach Danzig, Posen oder Warschau - es gibt Billigflieger ab Köln - ), die Eisenbahn (problemlos und relativ schnell), die von vielen deutschen Städten verkehrenden "Linienbusse" (eigentlich gedacht für in Deutschland arbeitende Polen, sehr günstige Preise) oder - zugegeben gewöhnungsbedürftig, aber als Einstieg zu empfehlen (nicht nur für Rentner), für uns Polenneulinge aber auch eine Rundreise mit dem Reisebus. Wichtig dabei - gutes Unternehmen auswählen, also vorher im Reisebüro kundig machen. Auf diesem Weg lernt man Polen am stressfreiesten kennen (deutschsprechender polnischer Reiseführer ist während der gesamten Reise dabei) und findet vielleicht die Ziele am ehesten, zu denen man später noch einmal ohne die "graue Flotte" zurückkommen möchte. Gutes Sitzfleisch ist allerdings bei der langen Anreise unbedingt erforderlich. Wie auch immer - viel mehr als eine Fahrtstrecke von 300 km sollten Sie sich pro Tag nicht vornehmen. Die Landstraßen sind zwar meist gut ausgebaut, aber, wegen der vielen LKW, nicht allzu schnell befahrbar. Mieten Sie ein Zimmer oder Apartment in einem Privathaus oder Pension. Dies ist wesentlich günstiger als eine Hotelübernachtung und auch sehr viel persönlicher. Die Unterkünfte sind allerdings meist etwas schlicht - aber komplett - ausgestattet .Bei den geführten Reisen werden Sie meist in gut ausgestatteten internationalen Hotels untergebracht.
Die Marienburg Keine frischen Salate, nur geschältes Obst, Finger weg vom Leitungswasser - also, die üblichen Vorsichtsregeln wie in den meisten tropischen Ländern. Vorsicht vor der Sonne. Ein paar Minuten zu lange am Strand und schon hats Sie erwischt. Trauen Sie sich ruhig mal aus der Hotel raus, die Kinder werden Sie schon nicht auffressen und - nicht alles, was für unsere Augen arm und elend aussieht, ist wirklich arm und elend. Sie befinden sich in einer anderen Welt, vergessen Sie das bitte nicht.
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Was man unbedingt sehen muß? Stettin, die Seebäder an der polnischen Ostseeküste, die Altstadt von Danzig, das alte Seebad Sopot, die Marienburg (beeindruckend, aber grauenhaft langweilige Führung), die Rollberge am Oberländischen Kanal (Schiffahrt ohne Wasser), die masurischen Seen und Wälder (in Krutyn unbedingt mit dem Stakenkahn fahren), Thorn, das alte Zentrum von Posen ... Und essen - unbedingt mal die Klopse probieren, Kartoffelkeilchen, die auf rustikale Art zubereiteten Fisch-, Pilz- und Wildgerichte, Sülze - alles so, wie Oma damals gekocht hat. Das Bier ist gut und billig, aber es treibt. Deshalb immer ein paar Zloty Kleingeld mitnehmen, Toilettenbenutzung kostet nämlich überall Geld. Apropo Geld - es gibt überall EC-Automaten. Es gibt überhaupt alles. Schließlich ist Polen schon seit einigen Jahren ein ganz "normales" Land.
Störche in Masuren
Für die meisten von uns ist Polen immer noch ein unbekanntes Wesen. Wir haben erfahren - reinschnuppern lohnt sich, ein schönes Land mit vielen liebenswerten und fleissigen Menschen erwartet uns. Wir waren auch in anderen Teilen Polens (Warschau, Posen, Krakau, Breslau). Auch hier lohnt ein Besuch. Empfehlen würden wir allerdings, zuerst die Ostseeküste und Masuren zu besuchen. Hier sind es eben nicht nur die grossen Städte, sondern auch die atemberaubende Landschaft, die ihren Eindruck hinterlassen.
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