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Namibia

aktualisiert: März 2004

Vor der Abreise

Photo-Safari durch die Etosha-Pfanne, mit dem Jeep durch die Namib-Wüste, Diamanten in Lüderitz, deutsche Namen in Swakopmund, - das und sehr viel mehr ist Namibia, das ehemalige Deutsch-Südwestafrika.


Man sagt, Namibia sei Afrika für Anfänger. Das Wasser ist trinkbar, die Moskitos stechen seltener, die Kriminalität ist nicht ganz so hoch wie in Südafrika und mit deutsch kommt man durchs ganze Land. Von den Problemen des Landes bekommt man als Tourist nicht allzuviel mit. Trotzdem, es gibt viele dieser Probleme. Vielleicht solltet Ihr vor einer Namibia-Reise öfter mal in der Online-Ausgabe der "Allgemeinen Zeitung", der deutschsprachigen Zeitung aus Windhoek blättern. Das nimmt zumindest die Illusion von einem deutschsprachigen Paradies im Süden Afrikas...

Irgendwo in der Namib


Jedes Jahr verunglücken etliche Touristen auf ihren Rundreisen im Mietwagen durchs Land. Stundenlang auf einsamen Pisten durch die Wüste rasen (Tagesstrecken von 500 bis 800 km, dazwischen ist nämlich mitunter nichts, absolut garnichts) ist eben nicht ganz ungefährlich. Deshalb würden wir empfehlen, sich einer Kleingruppenreise anzuschließen und dann von einem landeskundigen Guide fahren zu lassen
.

Anbieter für solche geführten Reisen gibt´s viele. Wir waren mit TUI unterwegs. Genauso gehts mit Meiers Weltreisen, DERtours, Iwanowski oder - etwas abenteuerlicher mit Hauser Exkursionen. Die Preise unterscheiden sich, die Leistungen kaum.
Viele der geführten Reisen sind mit unterschiedlichen Übernachtungs-Kategorien buchbar, Hotels, Gästefarmen oder Zelte. Auf den Farmtouren lernt man sicher die meisten Leute kennen. Die Zelttouren führen auch in etwas abgelegenere Gebiete.

Die beste Reisezeit ist übrigens unser Sommer, so Juni bis in den Oktober hinein. Aber - im Grunde geht's immer, nur das eine oder andere Ziel ist je nach Klima nicht oder nicht optimal bereisbar.

Namibia ist kein Ziel für Low-Budget-Reisende. Die Unterkünfte und alle Leistungen für Touristen sind sehr teuer. Für Leute, die Südafrika bereist haben - die Preise sind in etwa doppelt so hoch wie in der RSA, die Leistungen sind dafür eher bescheiden.


Anreise

Hinfliegen kann man u.a. mit der LTU ab München oder der Air Namibia ab Frankfurt (für Individualreisende günstiger). Neben diesen Direkt-, bzw. Non-Stop-Flügen gibt es eine Reihe von Flügen, die über Südafrika, meist über Johannesburg, nach Namibia gehen. Angeboten werden diese Flüge z.B. von der Südafrikanischen Airline SAA, aber auch von British Airways. Zu empfehlen, wenn Ihr Namibia mit Südafrika kombinieren wollt, das geht aber auch sehr gut mit der Air Namibia, die weiter nach Kapstadt und Johannesburg fliegt.

Die Landung in Windhoek ist wegen der Luftströmungen meist ziemlich ungemütlich, also - festschnallen und Tüte vor's Gesicht.

Und spätestens, wenn Ihr nach langem Warten an einem der Einreiseschalter steht, werdet Ihr merken, daß Namibia mal eine deutsche Kolonie war. Die Deutschen sind zwar schon lange weg, aber die Bürokratie ist immer noch dort.

Altes Amtsgericht in Swakopmund

Auto fahren:


Ach so - für die, die immer noch selber durch´s Land fahren wollen - es herrscht Linksverkehr. Also, aufpassen. Wie fast überall auf der Welt wird das Autofahren problematisch, sobald es dämmert. Dann sind die - unbeleuchteten - Verkehrsmittel der einheimischen Bevölkerung kaum noch zu erkennen und die Gefahr eines Unfalls relativ hoch.

Abgesehen davon, sobald es dunkel wird, solltet Ihr vielleicht besser Euer Quartier erreicht haben. Es muß nicht, könnte aber sonst unter Umständen gefährlich werden. In der letzten Zeit kam es gelegentlich zu Übergriffen auf Weiße, auch auf Touristen.

Bargeld:

Den ersten Geldwechsel solltet Ihr entweder direkt am Flughafen machen (es sei denn, Ihr kommt aus Südafrika und habt noch genügend Rand dabei, der Rand gilt nämlich hier genauso wie der Namibia-Dollar (Kurs 1 zu 1), oder in Windhoek an der Bank oder im Hotel oder am Automaten. Automaten werdet Ihr im Lande relativ selten finden, natürlich in den wenigen größeren Orten, aber wohl kaum auf einer Farm am Rande der Namib-Wüste. Deshalb - fast wichtiger als auf den supergünstigen Umtauschkurs warten, ist, überhaupt irgendwo Geld zu tauschen.


Essen und Trinken

Das Leitungswasser kann man trinken und essen kann man auch alles. Probiert mal Kudu-Steak und Zebra-Roulade. Nein, es ist nicht extra für Euch, wenn´s Schweinebraten mit Klößen gibt. Schließlich sind wir in ehemals Deutsch-Südwest. Und deutscher als hier schmeckts nirgendwo mehr. Kann allerdings sein, daß das, was Ihr für Schweine- oder Rinderbraten haltet, in Wirklichkeit ein ganz anderes Tier ist, Springböcke zum Beispiel sind nicht nur niedlich, sie schmecken auch ausgezeichnet. Und Straußensteaks sind, weil cholesterinfrei, ja auch noch gesund.

Das Bier ist ausgezeichnet und nach dem deutschen Reinheitsgebot gebraut, jedenfalls das Windhuk Lager (und dann gibt es auch noch ein sehr gutes Bier aus Swakopmund, leider haben wir den Namen vergessen, aber - Ihr werdet es ganz sicher finden).

Giraffe in der Etosha-Pfanne

Unterwegs

Egal, ob Ihr mit dem Leihwagen, dem Wohnmobil oder dem Gruppenreisebus unterwegs seid, Ihr solltet Euch in jedem Fall niemals ohne ausreichenden Getränkevorrat auf den Weg machen. Nutzt die Gelegenheit, wenn Ihr irgendwo Wasser kaufen könnt. Und - es ist auch nicht unbedingt ein Fehler, ein paar Nahrungsmittel (Schokolade, Kekse ...) mitzunehmen.

Warum das Ganze ? Erstens - Ihr werdet nicht an jeder Ecke ein Restaurant oder einen Shop finden, zweitens - es ist ziemlich ärgerlich, mit einer Panne irgendwo in der Namib-Wüste liegen zu bleiben und dann weder Wasser noch Essen zu haben. Natürlich kommt der Ersatzbus, nur nicht in einer Stunde, eher wohl in einem Tag.

Bei einer Reise mit dem Auto ist ja wohl klar, daß Ihr ausreichend Benzin tankt und auch genug Reserve bei Euch führt. Auch hier ist es mitunter ein paar hundert Kilometer bis zur nächsten Tankstelle.

 

Schuhe kaufen

Wenn Ihr in Swakopmund seid, vergeßt nicht, einmal die Schuhe aus Kudu- oder Robbenleder anzuprobieren. Und die passenden Exemplare zu kaufen. Diese Schuhe sind hervorragend nicht nur in der Wüste, sondern überall auf der Welt zu tragen. Im Sommer bleiben die Füße kühl und im Winter warm. Und, wenn Ihr verpasst, sie in Swakopmund zu kaufen, werden Ihr sie wahrscheinlich nirgendwo auf der Welt noch einmal finden.

 

Nach der Rundreise

Es ist eine gute Idee, im Anschluß an die Rundreise noch ein paar Tage auf einer Gästefarm zu relaxen, sonst kommt Ihr doch ziemlich kaputt wieder zuhause an. Sehr schön hierfür geeignet ist z.B. die Oropoko-Lodge, 200 km nördlich von Windhoek.
Wir haben nirgendwo in Namibia so gut gegessen, wie hier und man kann beim Sundowner auf der Terrasse die zahlreichen Wildtiere - von Nashorn über Giraffe bis Warzenschwein beobachten. Aber - natürlich gibt es auch noch etliche andere Lodges mit attraktiven Angeboten. Preiswert sind die allerdings alle nicht.

 

 


Robben am Cape Cross

Mehr zu Namibia ...

Namibia Travel Online - Informationen, Unterkünfte, Roundtrips, Bilder und mehr


Allgemeine Zeitung Windhoek - Online die täglich erscheinende deutschsprachige Tageszeitung aus Namibia

Gesundheitshinweise für Namibia
Was unser Auswärtiges Amt dazu sagt

Ein paar Unterkünfte ... (Achtung: Ausser in den grossen Hotels muss mit Tieren aller Art gerechnet werden.)
Kalahari Sands Windhoek
Internationales Hotel mit entsprechendem Standard. Ausgangspunkt für die meisten Rundreisen. Mitten im Zentrum.
Hansa Hotel Swakopmund
War einst das beste Hotel des Landes. Das Swakopmund-Hotel ist heute besser.
Hotel Helmeringhausen
Kleines Hotel im absoluten Nichts. So deutsch ist´s nirgendwo. Muß man gesehen haben. Sehr gemütlich.
Nest Hotel Lüderitz
Neues Hotel. Schön gelegen. 4 deutsche TV-Programme (wer´s braucht...). Ordentlich.
Namib Naukluft Lodge
Oase in der Wüste. Sehr schön gelegen. Sehr freundlich. Komfortabel.
Hammerstein Restcamp
Gruß an Susi, das Warzenschwein. Etwas abgegammelt.
IMokuti Lodge Etosha
Internationale Luxuslodge. Naja, bißchen zu teuer, aber tolle Safaris durch die Etosha-Pfanne.
Oropoko Lodge
Internationale Luxuslodge. Sehr angenehmer Aufenthalt. Sehr gute Küche.